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| Angsthasenfußball, Watschenbaum & Bashing: Die österreichische Liga am Leistungszenit |
| Blog - Ö-Bundesliga |
Was haben sich Rapid- und Austria-Fans teilweise kaputtgelacht, als die Salzburger in der Europa League gegen Metalist Charkiw sang- und klanglos mit 0:4 untergingen. Diese Nicht-Leistung hat wieder die ganzen Basher aus den Löchern hervorgerufen. Im kollektiven Gelächter fällt es dann leider schwer, die auch vorhandenen sachlichen Kritiken wahrzunehmen und darauf zu reflektieren – vor allem aus Sicht des geplagten Salzburger Fans. Stattdessen wird dann auch sachliche Kritik von Salzburg-Fans allzu oft als Bashing abqualifiziert.
Bashing hin oder her. Schadenfreude ist derzeit in Österreich nicht angebracht. Von keiner Seite. Denn was Rapid und Austria im 300. Wiener Derby geboten haben, fällt ebenfalls in die Kategorie „Spiele, die besser nie stattgefunden hätten."
Überhaupt ist das inoffizielle Motto der diesjährigen „spannendsten Meisterschaft aller Zeiten", wie die Bundesliga zum Saisonstart stolz verkündet hat, folgendes: „Nur nicht auffallen, lass dich ganz unbemerkt an die Spitze spülen". Ja: Selten war eine Meisterschaft so spannend. Selten hat man aber auch so schwache Leistungen gesehen – von allen „Spitzenmannschaften".
Aber irgendeine Mannschaft muss am Ende Meister werden. Ist so. Das kann nicht einmal die Bundesliga verhindern.
Überhaupt zeigt der Rückrundenstart, in welchem Dilemma die Liga als Ganzes ist. Spiele werden der Reihe nach abgesagt, die Infrastruktur ist einer mitteleuropäischen Profi-Liga nicht würdig. Da passt es auch gut ins Bild, dass Liga-Präsident Hans Rinner sich vor wenigen Tagen in den Sturm-Aufsichtsrat wählen ließ. Rechtlich nicht wirklich problematisch, aber die Optik dieser Doppelfunktion ist schief.
Solange Rapid und Austria und alle anderen österreichischen Vereine unter sich bleiben – also in der Meisterschaft aufeinandertreffen - wird es natürlich immer wieder auch sehr gute Spiele geben, die Zuschauer begeistert sein.
Auf internationaler Ebene werden die Defizite dann jedoch schonungslos aufgedeckt. So gesehen am Donnerstag in Salzburg. Salzburg ist kein Einzelproblem – im Gegenteil. Salzburg hat es in die K.O.-Phase der Europa League geschafft - und darf als „Vertreter der österreichischen Liga" als Watschenbaum herhalten. So passiert am Donnerstag.
Doch das ist kein „In der österr. Liga ist alles schlecht" Artikel. Es gibt durchaus positive Tendenzen. Neun von zehn Klubs haben vergangene Saison finanziell positiv bilanziert – das ist mehr oder weniger einzigartig in Europa. Mit Platz 15 in der UEFA-Fünfjahreswertung ist Österreich so gut wie lange nicht. Doch die Luft wird hier dünner. Sogar Platz 13 und somit ein Fixplatz in der Champions League ist in Griffweite.
Die Österreichische Liga ist derzeit quasi an ihrem Leistungszenit angekommen bzw. „spielt" teilweise über ihren Verhältnissen. Und diese Situation bringt mit sich, dass alle Stärken und vor allem Schwächen schonungslos aufgezeigt werden.
Ob die Liga das Niveau als Ganzes nachhaltig weiter nach oben schrauben kann, hängt von vielen Faktoren ab. Die Professionalisierung in den Strukturen muss voranschreiten, die Infrastruktur endlich an internationales Niveau angehoben, die Verhaberung komplett abgestellt werden.
Nur dann können wir uns auch über einen Fixplatz in der Champions League freuen. Denn aus jetziger Sicht ist zu befürchten, dass, egal wer auch immer dort spielen wird, sich diese Mannschaft dann wieder als Watschenbaum präsentiert.
Linktipp: Salzburg geht unter, aber die Liga muss umdenken Like it? Share it! |



Was haben sich Rapid- und Austria-Fans teilweise kaputtgelacht, als die Salzburger in der Europa League gegen Metalist Charkiw sang- und klanglos mit 0:4 untergingen. Diese Nicht-Leistung hat wieder die ganzen Basher aus den Löchern hervorgerufen. Im kollektiven Gelächter fällt es dann leider schwer, die auch vorhandenen sachlichen Kritiken wahrzunehmen und darauf zu reflektieren – vor allem aus Sicht des geplagten Salzburger Fans. Stattdessen wird dann auch sachliche Kritik von Salzburg-Fans allzu oft als Bashing abqualifiziert.
Eigentlich unverständlich welch Angsthasenfußball im Happel-Oval zu sehen war - im Duell zweier Meisterschaftskandidaten. Einer der besten Offensiv-Spieler, die Österreich jemals gehabt hat, entwickelt sich als Trainer zum Defensiv-Apostel. Und Peter Schöttel ist zwar mit Rapid Tabellenführer, warum genau weiß er aber selbst auch nicht. Aus dem Spiel heraus gelingt es Rapid derzeit überhaupt nicht, gefährlich zu sein. Immerhin: Während Peter Schöttel sich nach dem Spiel unzufrieden mit Leistung und Ergebnis zeigte, war Ivica Vastic positiv gestimmt. Sinngemäß: "Gut gespielt, Taktik umgesetzt, Punkt erreicht".








