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| Willi Ruttensteiner: Der Messias, the “lame duck” oder der böse Hänsel? |
| Blog - Nationalteam |
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Ein Gastbeitrag von 90minuten.at-Leser Thomas Moser (Twitter: @DaDirnbocher - eine klare Follow-Empfehlung von unserer Seite), der sich umfassend mit der Rolle von Willi Ruttensteiner befasst. Er fragt sich: Ist er der Messias, the "lame duck" oder der böse Hänsel? (Linktipp: Homepage von Thomas Moser - http://www.wirarbeitenmitdemnachwuchs.at/)
Neben der zunehmenden sportlichen Kritik musste Teamchef Didi Constantini vermehrt Kritik wegen seines Umganges mit den Medien einstecken. Unrühmlicher Höhepunkt war sicherlich die abgebrochene Pressekonferenz mit anschliessender Journalistenbeschimpfung (“Trottelsager”). Es folgte der Rücktritt Constantinis (letztlich auf Raten) und die Bestellung von Marcel Koller als Nachfolger ab 1.11.2011.
Bei geschätzten 8 Millionen Teamchefs, die Österreich hat, war relativ klar, dass die Nachbesetzung intensiv diskutiert, unzählige Namen genannt und verteufelt (“Oh, Gott, der oba net”) werden. Das Interessante an dieser Bestellung war allerdings, dass
Wenn ein Herbert Prohaska in seiner Kolumme in der Krone Marcel Koller mit den Worten
begrüßte, gleichzeitig aber Kurt Jara als gute Alternative bezeichnete, dann war das mehr als kurios. Kurt Jara ist lt. Wikipedia als Trainer bei seinen letzten 3 Stationen wegen Erfolgslosigkeit (2003 HSV, 2005 Kaiserslautern) bzw. aus anderen Gründen (2006 Salzburg) entlassen worden.
Aber auch auf der anderen Seite war die Argumentation nicht immer ganz treffsicher, wenn in regelmäßiger Falschheit die Kritiker der Bestellung Kollers (merke: nicht “Kritiker Kollers”) als “78er Seilschaft” oder “Cordoba Connection” (wie mehrfach in den Kommentaren zu Blumenaus Fußball-Journal z.B. hier) bezeichnet wurde. Wohltuend hob sich hier der Kommentar Philip Bauers ab. Spätestens dann, als die Diskussion bei Kommentaren der Art
angelangte, war klar, dass die Zeit einer differenzierteren Sicht der Dinge vorbei war. Die unsachlich vorgetragene Kritik, in vielen Punkten war sie auch tatsächlich unsachlich, führte in meinen Augen zu einer – jedenfalls zu hinterfragenden – Überhöhung des neuen Teamchefs und insbesondere seines Erfinders, Willi Ruttensteiner.
Unter der Überschrift Wie beschwerlich war der Reform-Weg Ruttensteiners? hiess es da in der Kolummne von Gerald Gossmann “Qualitätsjournalismus für Qualitätsfussball”:
Ganz abgesehen davon, dass ich mit Formulierungen der Art “wer nachfragt kriegt die Wahrheit” so meine Probleme habe (wegen ihrer Pauschalität), entsteht da für mich der Eindruck, dass da jemand messiasartig (“führt den ÖFB in die Neuzeit”) auf das Schild gehoben werden sollte, und in einem Aufwaschen auch gleich mögliche kritische Fragen an Ruttensteiner (“so lange im Verband und erste jetzt kommt die Reform?”) vom Tisch gewischt (“es waren die bösen Fortschrittsverweigerer”) werden sollten.
Fragen an Ruttensteiner, ob seiner von ihm zu verantwortenden Erfolge gabs genug. Alleine sie wurden nicht gestellt. Klar, ist es seltsam, wenn ein Sportdirektor keine Kompetenz für einen A-Teamchef hat. Nur, er hatte Kompetenz für den gesamten Nachwuchsbereich und viele seiner (!) Nachwuchsteamchefs stehen in der massiven Kritik so mancher der 8 Millionen Teamchefs. Ein Manfred Zsak, der zuvor U21-Teamchef war und massiv für das seinerzeitige Entscheidungsspiel gegen Finnland in der Kritik stand, wird als Cotrainer abgesetzt und ihm wird die Nachfolge von Thomas Janeschitz angeboten. Wo ist da der neue Trainings-/Trainerstil zu erkennen, der mit Marcel Koller kommen sollte, und durchgängig auch in den Nachwuchsmannschaften gelten sollte?
Die Verantwortung Ruttensteiners für den “österreichischen Weg” und die konkreten Konsequenzen auf die tägliche Arbeit der vielen Nachwuchsbetreuer in den kleinen und mittleren Vereinen wurde und wird nicht hinterfragt (Vielleicht schreibe ich dazu noch einmal was).
Ich habe damals Kollers Auftreten und Handeln als positive Entwicklung wahrgenommen und tue es noch. Über Ruttensteiners Rolle war ich mir damals schon nicht sicher und bin es immer noch nicht. Ruttensteiner, der Messias? >>> Seite 2: Ruttensteiner, the "lame duck"? |











